Banker Innovators Forum 2026

Einblicke Events 02.07.2026 - News & Einblicke

Bekannte Gesichter, neue Begegnungen und jede Menge Vorfreude auf den Tag: So startete am 25. Juni 2026 unser BANKER INNOVATORS FORUM. Bereits zum dritten Mal kamen Entscheider:innen aus Banken, Finanzdienstleistungen und Digital Marketing in unserer Münchner Agentur zusammen. Neu war in diesem Jahr die gemeinsame Ausrichtung durch netzeffekt und dem BANKINGCLUB. Einige Gäste waren bereits zum zweiten oder dritten Mal dabei, andere lernten das Format zum ersten Mal kennen. 

Bevor es richtig losging, verständigten sich alle Teilnehmenden: Heute wird geduzt. Statt einer klassischen Vorstellungsrunde ging es direkt ins Business Speed Networking. In drei wechselnden Kleingruppen kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch, knüpften erste Kontakte und bildeten so eine gute Grundlage für den weiteren Austausch.

 

Nach dem gelungenen Einstieg wurde es fachlich. Insgesamt sechs Vorträge und eine Podiumsdiskussion, verteilt auf zwei Morning- und zwei Afternoon-Sessions, führten durch den Tag.

SCHLUSS MIT BAUCHGEFÜHL-MARKETING: MIT DATEN KUNDEN VERSTEHEN & GEWINNEN!

Matthias Schweizer, Director Marketing Data Services, CRIF Deutschland

Matthias Schweizer, Director Marketing Data Services bei CRIF Deutschland, eröffnet den fachlichen Teil des BANKER INNOVATORS FORUM mit einem klaren Plädoyer für datengetriebenes Marketing. Aus seiner Sicht verändern Datenschutz, Künstliche Intelligenz und die wachsende Dominanz großer Plattformen die Spielregeln im digitalen Marketing grundlegend. Unternehmen verlieren zunehmend den direkten Zugang zu ihren Zielgruppen und damit auch einen Teil ihrer Datenhoheit.

 

Im Mittelpunkt seines Vortrags steht deshalb die These, dass erfolgreiche Zielgruppenansprache künftig weniger auf Annahmen, als auf belastbaren Daten basieren muss. Statt sich ausschließlich auf Plattformen und deren Algorithmen zu verlassen, sollten Unternehmen ihre Zielgruppen wieder stärker selbst verstehen. Gerade im Banking eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, Kund:innen relevanter anzusprechen, Streuverluste zu reduzieren und Marketingbudgets gezielter einzusetzen. Anhand verschiedener Praxisbeispiele zeigt Matthias Schweizer, welchen Unterschied datenbasierte Zielgruppenansprache in der Praxis machen kann.

Zielgruppen sind Hypothesen. Kaufverhalten ist Realität.

(Matthias Schweizer, CRIF Deutschland)

Banking auf LinkedIn im Zeitalter der AI: Reputation entscheidet

Dirk Pape, Senior Industry Lead, LinkedIn Marketing Solutions

Mit seinem Vortrag wirft Dirk Pape von LinkedIn einen Blick darauf, wie Künstliche Intelligenz das Informations- und Suchverhalten verändert. Immer mehr Suchanfragen werden bereits direkt durch KI beantwortet, ohne, dass Nutzer:innen überhaupt noch auf eine Website klicken. Damit verändert sich auch die Art und Weise, wie Unternehmen sichtbar werden und in die engere Auswahl potenzieller Kund:innen gelangen.

 

Statt Aufmerksamkeit und Reichweite rücken Vertrauen, Glaubwürdigkeit und fachliche Expertise stärker in den Mittelpunkt. Dirk Pape zeigt, dass KI-Systeme bevorzugt Inhalte aufgreifen, die Wissen vermitteln und konkrete Fragen beantworten. Gleichzeitig gewinnt LinkedIn als Plattform für Finanzthemen an Bedeutung: Anleger:innen verbringen dort Zeit, suchen fachlichen Austausch und vertrauen sowohl Expert:innen als auch den Inhalten von Finanzunternehmen.

 

Für Banken bedeutet das, Reputation aktiv aufzubauen. Nicht nur über die Unternehmensmarke, sondern vor allem über die Menschen dahinter. Fachlicher Content, persönliche Netzwerke und glaubwürdige Stimmen werden zu entscheidenden Signalen dafür, von Menschen und KI gleichermaßen wahrgenommen und empfohlen zu werden.

Not the loudest brand. The most trusted one.

(Dirk Pape, LinkedIn)

Bank-Marketing im Zeitalter der KI-Empfehlung

Bernd Stieber, Managing Director, netzeffekt GmbH

Wie verändert sich Marketing, wenn Künstliche Intelligenz zunehmend mitentscheidet, welche Marken und Produkte wahrgenommen werden? Dieser Frage geht Bernd Stieber von netzeffekt nach und entwickelt daraus ein eigenes Modell für das Marketing im KI-Zeitalter.

 

Im Zentrum steht die von ihm entwickelte Availability Matrix, die die bekannten Konzepte der Mental und Demand Availability um zwei weitere Dimensionen ergänzt: Machine Availability und Agent Availability. Dahinter steckt die Überlegung, dass Marken künftig nicht nur für Menschen relevant sein müssen. Ebenso entscheidend wird, ob KI-Systeme Unternehmen korrekt verstehen, einordnen und in ihren Empfehlungen berücksichtigen. Der klassische Marketing-Funnel wird dadurch nicht ersetzt, sondern um eine zusätzliche Perspektive erweitert.

 

Am Beispiel des Altersvorsorgedepots, das Anfang 2027 an den Start geht, überträgt Bernd Stieber dieses Modell auf ein konkretes Praxisbeispiel. Sein Fazit: Erfolgreiches Marketing entsteht künftig nicht mehr isoliert in Brand- oder Performance-Disziplinen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus konsistenten Daten, technischer Auffindbarkeit und einer starken Markenpräsenz für Menschen ebenso wie für Maschinen.

 

Die Frage ist nicht, ob die KI Sie empfiehlt. Sondern ob sie Sie kennt.

(Bernd Stieber, netzeffekt)

KI als Finanzberater? Wie die Deutschen über Geldanlage entscheiden

Matthias Obermeier, Chief of Staff, Civey Deutschland

Matthias Obermeier, Chief of Staff bei Civey, präsentiert aktuelle, repräsentative Umfragedaten dazu, wie die Deutschen den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Finanzberatung bewerten. Dabei zeigt sich: Zwischen Offenheit und Skepsis liegen je nach Altersgruppe und Nutzungserfahrung teils deutliche Unterschiede.

 

Während jüngere Generationen KI zunehmend als hilfreiche Unterstützung bei Begriffserklärungen, Produktvergleichen oder der Zusammenfassung von Finanzinformationen sehen, überwiegen bei älteren Menschen weiterhin Zweifel. Als größte Hürden nennen die Befragten die Gefahr von Manipulation, Fehlinformationen und fehlender Transparenz.

 

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass Vertrauen in die persönliche Beratung nach wie vor überwiegt. Für Matthias Obermeier ist genau das die entscheidende Erkenntnis: Nicht die technologische Leistungsfähigkeit wird über den Einsatz von KI in der Finanzberatung entscheiden, sondern das Vertrauen der Menschen. Die Rolle von Berater:innen verändert sich damit: weg von der reinen Wissensvermittlung, hin zu Einordnung, Orientierung und persönlicher Begleitung.

Die Antwort entscheidet sich nicht an der technologischen Leistungsfähigkeit – sondern am Vertrauen.

(Matthias Obermeier, Civey Deutschland)

30 Jahre Online Brokerage: Was Banken aus der digitalen Revolution lernen können

Ernst Huber, CEO, Traders Place

Ernst Huber, CEO von Traders Place, nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise durch 30 Jahre Online Brokerage. Als einer der Pioniere der Branche blickt er auf die Entwicklung vom Faxauftrag über die Dotcom-Euphorie bis hin zu Neo-Brokern und mobilen Trading-Apps zurück. Dabei wird deutlich, wie grundlegend sich Wertpapierhandel, Anlegerverhalten und technologische Möglichkeiten in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert haben.

 

Anhand einiger Praxisbeispiele zeigt Ernst Huber, dass sich viele Grundprinzipien des Wertpapierhandels zwar kaum verändert haben, die Erwartungen der Kund:innen jedoch grundlegend andere geworden sind. Wo früher Depoteröffnungen mehrere Tage dauerten und Orders telefonisch oder per Fax erteilt wurden, erwarten Anleger:innen heute einfache Apps, Echtzeit-Handel und niedrige Gebühren. Gleichzeitig ordnet er die großen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte ein: vom Boom und Zusammenbruch des Neuen Marktes, über die Finanzkrise, bis zum Aufstieg der Neo-Broker und einer neuen Generation privater Anleger:innen.

 

Sein Rückblick macht zugleich deutlich, dass Innovation im Brokerage weit mehr bedeutet als neue Technologien. Entscheidend sind einfache Prozesse, ein überzeugendes Nutzererlebnis und die Fähigkeit, sich immer wieder an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen. Gerade die Verbindung aus langjähriger Markterfahrung und digitaler Innovation sieht Ernst Huber als Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe des Online Brokerages.

30 Jahre Online Brokerage. Die Konstante: der Kunde.

(Ernst Huber, Traders Place)

trading mit AI – Brauchen wir eigentlich noch Broker?

Max Anzile, Geschäftsführer, AI Pirates

Mit einer Live-Demo zeigte Max Anzile, AI Pirates, wie schnell sich heute mithilfe Künstlicher Intelligenz individuelle Finanz-Tools entwickeln lassen. Ausgangspunkt war die provokante Frage, ob Anlegerinnen und Anleger künftig überhaupt noch klassische Broker benötigen. Statt einer klassischen Präsentation entwickelte und testete er gemeinsam mit dem Publikum einen KI-gestützten Portfolio-Assistenten, der unter anderem ETFs und Depots analysieren konnte.

 

Der Vortrag machte greifbar, wie schnell sich heute aus einer Idee ein funktionierender KI-Assistent entwickeln lässt. Was früher Programmierkenntnisse oder spezialisierte Software erforderte, gelingt inzwischen mit den richtigen Prompts und den passenden Datenquellen.

KI demokratisiert den Zugang zu Finanz-Tools.

(Max Anzile, AI Pirates)

Die Podiumsdiskussion

Was wissen Publisher, was Banken nicht wissen?

Den Abschluss des fachlichen Programms bildete die Podiumsdiskussion „Was Publisher wissen, aber Banken nicht wissen“. Gemeinsam mit Moderator Thorsten Hahn diskutierten Stephan Link (Finanztip), Samuel Biallowons (biallo), Kerstin Strittmatter (netzeffekt / FinanceQuality) sowie Marc Roetzel (BBBank), der kurzfristig für den erkrankten Stefan Erlich von Kritische Anleger einsprang. Gemeinsam beleuchteten sie aus unterschiedlichen Perspektiven, worauf es bei der erfolgreichen Vermarktung von Bankprodukten wirklich ankommt – und warum der höchste CPO längst nicht automatisch den größten Vermarktungserfolg bedeutet.

 

Thorsten Hahn führte souverän durch die Diskussion, griff Aussagen der Panelgäste auf, hakte gezielt nach und sorgte dafür, dass aus unterschiedlichen Blickwinkeln ein lebendiger Austausch entstand. Seine Fragen gingen dabei bewusst über das Offensichtliche hinaus: Was wissen Publisher über Bankkund:innen, das Banken selbst nicht wissen? Welche Produktmerkmale bewegen Kund:innen wirklich? Warum gewinnt häufig nicht das Produkt mit der höchsten Provision? Welche Rolle spielen Customer Experience, Daten und Künstliche Intelligenz bei der Vermarktung von Finanzprodukten? Und wie verändert sich dadurch die Zusammenarbeit zwischen Banken, Publishern und Netzwerkpartnern?

Die Diskussion machte deutlich, dass erfolgreiche Finanzvermarktung weit mehr bedeutet als attraktive Provisionen oder hohe Abschlusszahlen. Entscheidend ist ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Zielgruppe. Publisher begleiten Nutzer:innen entlang ihrer gesamten Customer Journey und erkennen früh, welche Inhalte Orientierung geben, welche Produktmerkmale überzeugen und an welchen Stellen Unsicherheiten oder Abbrüche entstehen. Genau dieses Wissen kann Banken dabei helfen, Produkte und Kommunikation konsequenter an den tatsächlichen Bedürfnissen ihrer Kund:innen auszurichten.

 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle Künstlicher Intelligenz. Einigkeit bestand darin, dass KI die Customer Journey und damit auch das Affiliate Marketing nachhaltig verändern wird. Wenn Nutzer:innen erste Informationen künftig direkt über KI-Systeme erhalten, verändern sich Reichweiten, Kontaktpunkte und langfristig auch bestehende Vergütungsmodelle. Gleichzeitig wurde deutlich: Auch KI ist auf hochwertige Inhalte angewiesen. Fundierter Publisher-Content bleibt deshalb eine entscheidende Grundlage – sowohl für verlässliche Antworten als auch für die Sichtbarkeit von Finanzprodukten im KI-Zeitalter.

 

Für Banken bedeutet das vor allem eines: Gute Produkte allein reichen künftig nicht mehr aus. Ebenso wichtig wird es sein, sie verständlich zu kommunizieren, Vertrauen aufzubauen und dort präsent zu sein, wo Kund:innen nach Orientierung suchen: auf Publisher-Plattformen ebenso wie in KI-gestützten Anwendungen.

Publisher begleiten die Customer Journey. Banken profitieren von diesem Wissen.

Die besten Gespräche stehen in keiner Agenda

Mit dem Ende der Podiumsdiskussion begann für viele noch lange nicht der Heimweg. Stattdessen verteilten sich die Gäste auf die Dachterrasse und in die Agenturräume, setzten Gespräche fort oder kamen mit neuen Menschen ins Gespräch. Immer wieder mischten sich die Gruppen neu: mal beim BBQ, mal mit einem kühlen Drink in der Hand, mal an einem der Stehtische oder draußen auf der Terrasse.

 

Bis in den Abend hinein wurde diskutiert, gelacht und über die Themen des Tages gesprochen. Viele nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu vertiefen oder neue zu knüpfen. Ein schöner Ausklang für einen Tag, der ganz im Zeichen des Austauschs stand.

 

Zu guter Letzt

Vielen Dank an Alle für diesen tollen Tag! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Fotos und Videos: Patrick Barl

Geschrieben von:
Alexandra Schmid
Manager Marketing & PR
alexandra.schmid@netzeffekt.de
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